Katholische Kindertageseinrichtungen Hochsauerland-Waldeck gGmbh
Kath. Kita Casa Magnus Marsberg
Headerimage Hochsauerland-Waldeck
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Partizipation

 

1.1           Beschwerdemöglichkeiten, Partizipation, Kinderrechte

Zu den von der UN-Kinderrechtskonvention festgelegten Rechten von Kindern gehört es, sie an den, sie selbst betreffenden Entscheidungen immer angemessen zu beteiligen. Die Kinder erfahren konkret und direkt, dass ihr eigenes Tun und ihre eigenen Entscheidungen Auswirkungen haben. Sie erleben wirksame, demokratische Grundprinzipien. Als Kindertageseinrichtung achten wir darauf, die Kinder alters- und entwicklungsangemessen zu beteiligen. Wir schaffen ein „demokratisches Klima“, indem wir im Team, im Dialog mit den Eltern und den Kindern demokratische Teilhabe leben.

Die Regeln für ein gemeinsames Miteinander werden mit den Kindern erarbeitet. Die Ergebnisse werden dokumentiert, ausgewertet und in der pädagogischen Arbeit berücksichtigt.

Partizipation bezeichnet grundsätzlich verschiedene Formen von Beteiligung, Teilhabe bzw. Mitbestimmung.

Partizipation in unserer Kindertageseinrichtung ist die ernst gemeinte, altersgemäße Beteiligung der Kinder am Einrichtungsleben im Rahmen ihrer Erziehung und Bildung. Grundvoraussetzung für eine gelingende Partizipation ist eine positive Grundhaltung der ErzieherInnen. Die Kinder werden als Gesprächspartner wahr- und ernstgenommen, ohne dass die Grenzen zwischen Erwachsenen und Kindern verwischt werden. In diesem Rahmen werden in unserer Kita auch altersangemessene Formen des Beschwerdemanagements gemeinsam mit den Beteiligten gefunden und durchgeführt.

Partizipation wird (als Grundhaltung) ebenso in der Zusammenarbeit mit den Eltern und im Team umgesetzt.

 

 

Grundsätzliches

Unter dem Begriff der „Partizipation“ verstehen wir Teilhabe/Mitbestimmung.

„Partizipation“ basiert auf Demokratie und demokratischen Verhaltensweisen, deren Grundwerte Freiheit, Gleichberechtigung und Solidarität sind.

 

Die Partizipation in einer Kindertageseinrichtung bewegt sich innerhalb gewisser Grenzen. Menschen, insbesondere Kinder bedürfen Regeln und nachvollziehbarer Strukturen. Diese helfen das (gesellschaftliche) Leben positiv zu bewältigen.

Partizipation muss sich an der Lebenswirklichkeit des Kindes orientieren; d.h. nur das, was ein Kind und sein Leben berührt, kann Gegenstand dessen sein. Wichtig ist außerdem die kindgerechte Umsetzung.

Partizipation muss authentisch sein und die Haltung der pädagogischen Fachkräfte wiederspiegeln.

Dabei müssen die „Machtverhältnisse“ geklärt sein. Die päd. MitarbeiterInnen sind die Erwachsenen, denen die Verantwortung obliegt. Daraus resultiert im nächsten Schritt, dass sie manche Entscheidungen zum Wohle des Kindes treffen müssen. Der Erwachsene steht dem Kind begleitend, unterstützend und beschützend zur Seite.

 

In „Casa Magnus“ möchten wir unsere Kinder in Entscheidungsprozesse mit einbinden.

Wir begegnen ihnen mit Achtung und Respekt und möchten sie an diesen Grundwerten orientiert erziehen.

Wir trauen ihnen etwas zu und sind stets bemüht, das kindliche Selbstbewusstsein positiv zu verstärken. Das Recht auf freie Meinungsäußerung ist bei uns selbstverständlich, sodass die Artikulation der eigenen Bedürfnisse, sowie die Fähigkeit, sich eine eigene Meinung bilden zu können großen Raum finden. Gleichzeitig fordern wir das Kind in positiver Art und Weise, um Konfliktfähigkeit und Toleranz zu fördern.

Zur Stärkung der allgemeinen kindlichen Kompetenzen gehören also in besonderer Weise die Fähigkeiten im sozialen-emotionalen Bereich. Unsere Kinder bekommen die Chance zu lernen, Verantwortung zu tragen, aber auch mit den möglichen Folgen und Konsequenzen ihres Verhaltens oder Handelns umzugehen. Kompromissbereitschaft und kooperatives Handeln, in oder für die Gruppe/Gemeinschaft geht häufig mit kritischer Auseinandersetzung einher. Die Kinder erhalten die Erfahrung, dass sich Engagement „auszahlt“, also etwas bewirken kann.

Ziel unserer Arbeit ist, die Kinder zu eigenverantwortlichen, selbstständigen und selbstbewussten Persönlichkeiten heranwachsen zu lassen, die tolerant, empathisch und (welt-)offen ihren Lebensweg beschreiten. Außerdem sind Kinder, die gelernt haben ihre Bedürfnisse zu artikulieren, sich mitzuteilen, gelernt haben, für ihre eigenen und die Rechte anderer einzutreten, geschützter vor Gewalt und Missbrauch; somit trägt Partizipation zur aktiven Gewaltprävention und damit dem Kindesschutz bei.

 

Konkrete Möglichkeiten

Ø  Mitbestimmung bei der Auswahl des Mittagessens

Ø  Wahl des Spielpartners/Spielmaterials

Ø  Selbstständige Entscheidung ob und an welchem Projekt das Kind teilnimmt

Ø  Entscheidungsbeteiligung der Kinder bei Anschaffungen

Ø  Eigenständige Zeitwahl beim Frühstück

Ø  Beteiligung der Kinder bei der Themen- und Projektwahl

Ø  Kinderkonferenzen auf Gruppenebene

Ø  Anonyme Beschwerdemöglichkeit mit Elternhilfe über Umfragen und den „Meckerkasten

 

Wir nehmen Beschwerden und Anregungen von Kindern als Anlass und Aufforderung zur Verbesserung unserer Arbeit wahr.

Kinder erleben in den Einrichtungen, dass,

  • ihnen Respekt und Wertschätzung entgegengebracht wird,
  • sie bei Bedarf individuelle Hilfe erhalten,
  • Fehlverhalten von Erwachsenen eingestanden wird und Verbesserungsmöglichkeiten umgesetzt     werden,
  • sie Beschwerden angstfrei äußern können.

 

Kinder erleben, dass sie ernst und wahrgenommen werden. Sie werden individuell darin unterstützt, ihre Ideen und Beschwerden zu äußern. Dies beinhaltet das Aufzeigen und Schaffen von Entscheidungs- und Gestaltungsmöglichkeiten und auch die aktive Einbeziehung des Kindes als Ideen- und Beschwerdeführer.

In „Casa Magnus“ darf sich jedes Kind mit seiner Beschwerde an jede/n MitarbeiterIn wenden. Selbstverständlich werden alle Anliegen ernst genommen.

Ob es sich um eine Beschwerde zum Verhalten eines anderen Kindes oder von MitarbeiterInnen handelt, ist hierbei ohne Relevanz.

Kinder benötigen dabei manchmal die Hilfe ihrer Eltern oder aber Impulse und Anregungen um ihre Gefühle und Gedanken zu ordnen und in Worte zu fassen.

Wir fördern die Kinder ganz bewusst und gerne, weil es eine sozial-emotionale Kompetenz ist, zu lernen, sich mit Problemen zu beschäftigen, sich mit Konfliktbewältigung auseinander zu setzen und nach Lösungen –ggf. mit Hilfe anderer- zu suchen.

Die angebotenen Hilfen sich häufig je jünger das Kind ist größer, steht aber grundsätzlich jedem Kind zu. So früh wie möglich das Kind zu befähigen sich und seine Anliegen vorbringen zu können, für sich und andere einzustehen und Rücksichtnahme, Toleranz und Empathie dabei zu bewahren wird in „Casa Magnus“ eingeübt.